Jugendarbeitslosigkeit: Es gibt Hoffnung
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Momentaufnahme Breakdance-Camp |
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Viele Jugendliche stehen heutzutage ohne Lehrabschluss da. Damit steigt auch die Gefahr, dass sie keinen Job finden. Längst sind davon nicht mehr nur ausländische Jugendliche betroffen. Christliche Initiativen in der Schweiz und in Deutschland setzen sich für sie ein und vermitteln ihnen individuellen Wert. Nach einem Bericht in der «Neuen Zürcher Zeitung» besitzen gut 10 Prozent aller Jugendlichen keine Berufsbildung. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) rechne sogar mit stark steigenden Zahlen arbeitsloser Jugendlicher und junger Erwachsener. Im Lauf des Jahres 2010 rechne er mit bis zu 30.000 jungen Leuten unter 25 Jahren, die von Arbeitslosigkeit betroffen seien, also 10.000 mehr als heute. Doch viele Jugendliche würden sich gar nicht bei der Arbeitslosenversicherung melden und würden darum auch nicht statistisch erfasst. Welche Alternativen gibt es? Ein so grosses Problem kann nicht von einzelnen gelöst werden. Aber es gibt Menschen, die etwas gegen die Probleme von jungen Leuten unternehmen: Projekte von Freikirchen in der Ostschweiz, wo Jugendliche sinnvoll beschäftigt werden und die sie von Kriminalität, Drogenabhängigkeit oder Verwahrlosung abhalten, oder eine christliche Stellenbörse im deutschen Bundesland Sachsen. «CrossCulture» Andi Dubach ist Jugendpastor der Baptistenkirche St. Gallen. Nach seiner Einschätzung sind etwa 40 Prozent der ausländischen Jugendlichen auf Lehrstellensuche, wie in einer Radio-Reportage erläuterte. Die Jugendarbeitslosigkeit sei nach seiner Einschätzung eines der „gröberen" Zukunftsprobleme. Schon vor mehreren Jahren hat er deshalb die Jugendarbeit «teensculture» gestartet. Sie besteht mittlerweile aus den vier Bereichen «kids culture», «teens culture», «youth culture» und der «Projektwoche». «youth culture» Ein Teil des Bereiches «youth culture» ist das soziokulturelle Projekt «CrossCulture», ein jährliches Ferienlager für Jugendliche ab 16 Jahren, wo sie sich in einem anderen Land engagieren. In den letzten Jahren gab es etwa Einsätze in Deutschland, Kroatien und Österreich. Man besuchte Romas, verschenkte Wasser an Touristen, organisierte Kinderfeste. Dieses Jahr findet «CrossCulture» vom 3. bis 10. Juli in Frankreich statt. Geplant sind Renovationsarbeiten an einer Kirche und ein Fest zum Halbfinal-Spiel der Fussball-Weltmeisterschaft.
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Andi Dubach, Teensculture. |
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«Projektwoche» Vom 11. bis 15. Oktober 2010 findet in St. Gallen zum 11. Mal die «Projektwoche» statt, organisiert wiederum von Andi Dubach und seiner Gemeinde. Es basiert auf der freiwilligen Mitarbeit unzähliger Leute; im vergangenen Jahr waren es um die hundert. Viele Trainer und sonstige Helfer kommen nicht aus dem kirchlichen Umfeld. Gefragt ist jeder, egal ob Christ, Moslem oder was auch immer, und das gilt auch für das Zielpublikum, die Kinder und Jugendlichen. Im Jahr 2009 waren es erstmals gut 400 Teilnehmer, Tendenz steigend. 2010 werden 2 Fussballcamps, Basketball, Volleyball, Unihockey, Breakdance, Dance, Judo, 2 «Kidscamps» (West & Ost) sowie neu 2 «Girls-Power-Camps» (U13 und U17) durchgeführt. In den «Girls-Power-Camps» die Mädchen im Alter von 11 bis 12 Jahren Grundregeln der Selbstverteidigung. Mitbeteiligt seit 2009 ist die Freie Evangelische Gemeinde (FEG) «Stami» St. Gallen (für das «Kidscamp Ost»). Fünf Tage lang werden die Kinder und Jugendlichen herausgefordert. Zu ihren Trainern gehören auch ehemalige Sportprofis wie einer langjährigen Spielerin des US-amerikanischen Volleyball-Teams oder ein früherer Fussballer des FC Zürich. Neben dem ernsthaften Training kommen auch der Spass und tägliche kurze Inputs über christliche Lebenswerte nicht zu kurz. Christliche Jobbörse in Sachsen Ein 42-jähriger Pfarrer aus Sachsen hilft Arbeitslosen bei ihrer Stellensuche. Seine Kirchgemeinde St. Jakobi in Stollberg hat im Januar 2010 die «Christliche Arbeitsvermittlung Sachsen» eröffnet - mit Erfolg. Schon in der ersten Woche haben sich 260 Bewerber gemeldet, wie Mitarbeiterin Gudrun Gehler gegenüber dem christlichen Medienmagazin «pro» sagte. «In unserer Gesellschaft bilden Arbeitslose die grösste Gruppe der Ausgegrenzten», findet Pfarrer Andreas Dohrn. «Wer ihnen helfen will, muss Jobs verteilen», zitiert ihn «Die Zeit». Die meisten Anfragen erreichen die Arbeitsvermittlung via Internet. Andere rufen an oder kommen gleich persönlich vorbei. Die Bewerber, beispielsweise um Stellen als Krankenschwestern, Sozialpädagogen, Lehrer oder Altenpfleger, müssen nicht an Gott glauben. Doch es erhöhe ihre Chancen, wie Dohrn der «Zeit» berichtet: „Ich kenne Kindergärten, die händeringend nach christlichen Erziehern suchen." Staatliche Arbeitsagenturen dürften jedoch nicht entsprechend der Religionszugehörigkeit vermitteln. Arbeitnehmer und Arbeitgeber finden sich bei der christlichen Jobbörse ganz wie in einer Internet-Partnervermittlung. Pfarrer Dohrn liess eine Seite programmieren, die 40 Kompetenzen von Bewerbern erfasst, etwa Teamgeist oder Kreativität. Ebenso suchen hier Arbeitgeber. Passen zwei Datensätze zusammen, stellen Dohrn und Gudrun Gehler den Kontakt her. Zusätzlich suchen die Vermittler in Zeitungen, im Internet und bei kirchlichen Trägern nach offenen Stellen, damit jeder Kunde aus 5 Angeboten auswählen könne. Finanziert wird die Agentur durch sogenannte Vermittlungsgutscheine. Der Staat zahlt für jeden vermittelten Arbeitslosen 2000 Euro, wenn der Betreffende zuvor länger als 3 Monate keinen Job hatte. „Wer keinen Anspruch auf den Vermittlungsgutschein hat, dem hilft Dohrn aus Nächstenliebe", ergänzt die «Zeit». Ähnliche Angebote christlicher Betreiber gibt es etwa in Kassel. Dort vermitteln die «Christen im Personalservice» Mitarbeiter an Betriebe. Auch bei Medienunternehmen wie dem Evangeliums-Rundfunk können christliche Bewerber nach Stellen suchen. Die Initiatoren hoffen darauf, dass ihr Vorbild deutschlandweit Kreise zieht. Gudrun Gehler setzt vor allem auf die Verbreitung der Idee durch das Internet. Künftig hofft sie auf eine Vermittlung pro Woche. Webseiten: www.teensculture.ch www.projektwoche.sg www.erste-christliche-arbeitsvermittlung.de
Autor: Rolf Frey Quelle: Livenet.ch
Datum: 25.01.2010
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