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David war mit einer Schleuder bewaffnet und mit (1.Samuel 17,40)
fünf glatten Steinen
vier glatten Steinen und einem Speer
drei glatten Steinen
  Ergebnis

 

Surfing for God!?

 
surfen
Mein Name ist Herman. Ich bin 25 Jahre alt und lebe in Groningen, einer mittelgrossen Stadt im Norden Hollands. Ich habe weder einen Führerschein, noch einen TV oder einen DVD-Player, auch keine eigene Internetverbindung, keine Zentralheizung – nicht mal einen Job (ich suche…)! Aber ich habe ein ewiges Leben in Jesus Christus, ein Windsurfboard und einen Abschluss in Wirtschaft, spezialisiert auf Entwicklungshilfe!

Ziele setzen
Ich bin überzeugt, dass ein Mensch das widerspiegelt, was er besitzt – aber auch das, was er NICHT hat. Wie er seine Prioritäten gesetzt hat. Das stimmt auch bei mir. Vor einigen Monaten bin ich ein wenig verwirrt dagestanden, als mein Studium abgeschlossen war und ich plötzlich viele Freiheiten hatte, die ich vorher nicht hatte. So dachte ich mir: „Vielleicht ist es gut, mir die Ziele aufzuschreiben, für die ich leben möchte!“ Also schrieb ich auf: Erstens, ich möchte für die sprechen, denen niemand zuhört (Sprüche 31,8+9). Das bedeutet, ich versuche einen Job in der Entwicklungshilfe zu finden, vielleicht kann ich da meine Ausbildung gut brauchen. Das wurde mir klar, als ich das Buch „No Logo“ von Naomi Klein gelesen habe…

Zweitens möchte ich für Gott windsurfen! Vor drei Jahren machte ich einen Windsurf-Kurzzeiteinsatz mit lauter verrückten aber christlichen Windsurfern. Er wurde von der Organisation „Athletes in Action“ durchgeführt, welche durch Sport das Evangelium weitergeben. Da lernte ich auch die „Eternal Riders“ kennen, eine Organisation, die unter anderem ein eigenes Kleidungs- und Videolabel in Sachen Extremsport führt – mit demselben Ziel. Drittens möchte ich nicht einfach nur windsurfen weil es einen Haufen Spass macht, sondern möchte Gott damit irgendwie dienen!

Aller Anfang ist schwer
Ich begann mit dem, was mir am Naheliegendsten war: Mich als Windsurfer und Snowboarder zu trainieren. Doch die Windsurfsaison endete im Oktober, und in Holland kann man unmöglich Snowboarden. Also begann ich einen Job zu suchen: Doch das erwies sich besonders in der Entwicklungshilfe als ausserordentlich schwierig – ich habe ja absolut keine Erfahrung! Gleichzeitig stellte ich mir die Frage, wie ich das Windsurfen für Gott brauchen könnte?

Das ist einfach! Ich mache einfach dass, was ich schon vor zwei Jahren in Südfrankreich erlebt habe – diesmal aber gleich am Pilgerort aller europäischen Windsurfer: Tarifa in Südspanien! Einfach mal hingehen, das Windsurfing-Paradies geniessen, Strandbarbecues organisieren, Leute kennenlernen und ihnen das Evangelium mittels der „Surfer’s Bible“ weitergeben. Nach zwei Wochen kann ich dann wieder nach Hause gehen und beten, dass Gott nun diese Menschen segnet.

Dachte ich mir – bis vor einigen Tagen. Dann ging ich mit den „Eternal Riders“ an den Europäischen „MISSION Congress“ nach Deutschland. Es war eine ganz eigenartige Woche: Zusammen mit acht anderen ER-Mitgliedern standen wir da und wurden von den Besuchern überrannt! Ich lernte andere Christen kennen, die mittels Sport das Evangelium weitergeben möchten. Aber während ich selber auch am Kongress teilnahm, wurde mir etwas plötzlich klar, etwas, was bisher nur in einer Grauzone, irgendwo zwischen meinen Ohren verdrängt war.

Die Berufung
Als ich das letzte Mal in Tarifa am windsurfen war, gleich an der Strasse von Gibraltar, wurden Leichen afrikanischer Flüchtlinge angeschwemmt. Mir wurde gesagt, dass passiere hier immer wieder. Viele Afrikaner versuchen dem Elend zu entwischen und versuchen über die 20km breite Wasserstrasse ins reiche Europa zu flüchten. Viele ertrinken dabei. („Tarifa Traffic“ heisst ein ausgezeichneter Film zum Thema…). Was mich plötzlich schockierte, war der Graben zwischen dem Paradiesstrand von Spanien, wo reiche Leute sich erholen und sich vergnügen, und nur wenige Kilometer südlich ein Nordafrika, wo die Menschen so arm sind, dass sie ihr Leben aufs Spiel setzen um zu fliehen!

Natürlich ist nicht unbedingt alles falsch, dass „reiche“ Leute surfen, aber es ist garantiert nicht recht, dass Menschen so arm sind! Plötzlich musste ich mich fragen: Wenn wir so wie Jesus leben möchten (und damit auf viele Vorteile verzichten wollen), sind dann Windsurfer wirklich die, die wir zuerst „erreichen“ sollen? Wenn wir wirklich wie Jesus leben möchten, würde das nicht heissen, dass wir leiden sollen? Bedeutet das, dass das Evangelisieren mittels Extremsport – Spass und Mission! – vielleicht nicht das ist, was Gott von mir will!?

Ich hörte einmal einen Prediger sagen: Der Heilige Geist ist wie Wasser – er sucht immer den tiefsten Ort um ihn aufzufüllen. Gottes Liebe kann besser von jemandem empfangen werden, der nicht den hohen Standards dieser Welt angepasst ist! Wenn wir dieses „Gesetz des Heiligen Geistes“ erkennen, und uns entscheiden müssen, ob wir den Reichen oder den Armen dienen wollen – dann würden wir schnell erkennen: Die Armen sind doppelt arm: Geistlich und materiell! Also müssten wir uns für die Armen entscheiden!

Die Entscheidung
Aber ist das richtig? In Römerbrief Kapitel 3, Vers 21ff steht, dass alle Menschen gesündigt haben und die Befreiung durch Jesus brauchen! Kein Unterschied ob sie arm oder reich sind, beide brauchen Jesus! Wenn wir dem Ruf Jesus in Matthäus 28,19 folgen wollen, alle Nationen zu Jüngern zu machen, heisst das nicht, nur die Armen! Und wenn meine grosse Leidenschaft Windsurfen ist, wieso sollte ich sie nicht dafür einsetzen? Eine Frage, die ich mir ganz persönlich stellen musste!

Es hat etwas mit Bereitschaft und Leiden zu tun, das sehen wir im Gleichnis mit dem reichen Jüngling! Jesus hat gesagt, dass es extrem schwer für einen Reichen ist, das Himmelsreich zu betreten. Das habe ich persönlich auch erlebt, während meinem Einsatz in Spanien. Viele dieser „Reichen“ sind überhaupt nicht interessiert über Gott zu reden. Es war total frustrierend zu sehen, wie so viele Surfer das Gefühl haben, sie hätten alles, während sie in Jesus etwas finden würden, was besser ist als jede Welle! Es ist schwer zu glauben, dass durch Jesus alles möglich ist - sogar dass ein eingebildeter Surfer ein demütiger Nachfolger von Jesus wird!

Ja, die Reichen brauchen das Evangelium genauso wie die Armen, und wirkliche Evangelisation unter Windsurfern ist kein einfaches Ding, wenn du wirklich dafür kämpfst, dass sich Menschen ändern! Aber da ist noch eines, und das steht in Amos 8,4ff: Gott spricht zu den Armen und er möchte, dass wir ihnen helfen! Wieso sind die beliebtesten Surfparadise umgeben von grösster Armut? Surfer sind bereit, viele Tausend Kilometer für coole Wellen zu reisen und viel Geld zu bezahlen, um im gewohnten Standard zu leben! Wieso können diese Muskeln nicht dafür gebraucht werden, um z.B. Infrastrukturen für die Armen zu errichten? Könnte man oder ich Windsurfen nicht auch für die Armen einsetzen?

Autor: Herrmann
Quelle: Mission.ch



Datum: 04.11.2005

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