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Rahel und Kees den Toom-Kübler mit Debora |
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„Sonne und Meer machen Griechenland zu einer beliebten Feriendestination. Nie hätten wir gedacht, dass wir einmal in diesem Land arbeiten würden.“ Rahel und Kees den Toom-Kübler, Mitarbeiter von Operation Mobilisation (OM), leben seit drei Jahren in der nordgriechischen Stadt Larissa. Sie suchen Kontakt zu Albanern, die im Nachbarland Griechenland höchstens als billige Arbeitskräfte erwünscht sind. – Livenet bringt den Bericht von Rahel und Kees, erschienen in den OM-Nachrichten, leicht gekürzt und bearbeitet.
Wir waren mit OM in Albanien tätig. Während der Unruhen im Land (1997) reisten wir nach Griechenland, um da einer Missionarin unter den albanischen Migranten zu helfen. Dadurch kamen wir zur Überzeugung, dass Gott uns nach Griechenland rief, um den Albanern dort von Jesus zu erzählen. Nach unserem Studium in England zogen wir im September 2000 nach Larissa. Eine OM-Mitarbeiterin hatte dort 10 Monate vorher eine Arbeit unter Griechen begonnen.
Es war nicht einfach, uns in die ganz andere Kultur hier einzuleben. Erst nach 11/2 Jahren gelang es uns, eine Beziehung zu unseren Nachbarn aufzubauen. Die Geburt unserer Tochter Debora öffnete uns dazu viele Türen. Griechen lieben Kinder und die Albaner freuen sich natürlich über Deboras zweiten Vornamen „Shpresa“, der Hoffnung bedeutet.
Hartes Leben für Migranten
Als im Jahr 1990 Albaner nach Griechenland zu immigrieren begannen, begegneten ihnen die Griechen zunächst gastfreundlich. Doch als auch Kriminelle kamen, wurde die Beziehung ruiniert. Heute tendieren die meisten Griechen dazu, die Albaner für ihre Probleme verantwortlich zu machen.
Weil es viele Albaner ohne Aufenthaltsbewilligung gibt, ist ihre Zahl in Griechenland schwierig zu eruieren. Wir schätzen sie auf 500–800‘000. Die meisten nehmen für wenig Lohn Arbeiten an, die Griechen nicht machen wollen. Die Männer sind nicht versichert. Zudem verlieren sie ihre Stelle, weil die Arbeitgeber einfach jemand anderen einstellen. Viele Männer senden Geld für ihre Familien nach Albanien. Doch mehr und mehr holen jetzt ihre Familie nach Griechenland.
Besuche
Kees besucht am Abend die Männer, Rahel am Tag die Frauen. Und als Familie besuchen wir am späten Nachmittag andere Familien. Die Tatsache, dass wir in Albanien lebten, hilft uns sehr, Beziehungen aufzubauen, denn wenn man in ihrer Stadt war, dann war man bei ihnen zuhause!
Die Familien leben in ärmlichen Verhältnissen. Wir versorgen einige mit Kleidern, Lebensmitteln oder Medikamenten. Dies tun wir zusammen mit der griechischen evangelischen Gemeinde.
Zerschlagene Hoffnungen
Rahel: Ich empfinde viel Mitgefühl für die albanischen Frauen. Oft werden sie verheiratet. In Griechenland fühlen sie sich einsam, denn ihre Ehemänner arbeiten den ganzen Tag und gehen abends aus, um Freunde zu treffen.
Die Frauen lernen nur so viel Griechisch, dass sie damit durchkommen. Ihre Hoffnungen sind zerschlagen. Sie sprechen selten darüber mit Fremden. Ich habe begonnen, mich mit einigen Albanerinnen anzufreunden, sie zu ermutigen und wenn möglich zusammen zu beten.
Bibeln und Bibelgruppen
Kees: Ich importiere albanische Bibeln und christliche Literatur und wünsche mir, dass uns noch viel mehr evangelistische Verteilschriften zur Verfügung stehen würden. Es ermutigt uns, dass sich einige Albaner für ein Leben mit Jesus entschieden haben, nachdem sie die Gute Nachricht gehört hatten. Wir haben mit kleinen Bibelgruppen in Larissa und in einem nahe gelegenen Dorf begonnen. An einem Gottesdienst für Albaner (einmal im Monat) in der griechischen evangelischen Gemeinde nehmen zwischen 20–30 Leute teil.
In grösseren Abständen führen wir auch Seminare durch für albanische Leiter der verschiedenen Gruppen, die über das ganze Land verstreut sind. Ein Höhepunkt ist das alljährliche Lager für albanische Christen und am Glauben Interessierte.
Evangelische Gemeinden überwinden Kluft
„Bitte schickt uns jemanden, der unter Albanern arbeiten kann!“ Dies ist eine Bitte, die wir von Pastoren aus ganz Griechenland erhalten. Wir freuen uns, dass sich einige um Albaner in ihrem Umfeld kümmern. Der Präsident der evangelischen Kirchen Griechenlands sagte: „Bis vor ein paar Jahren kannte ich keine Albaner, doch jetzt haben wir in unserer Gemeinde mindestens 20 Albaner, einer davon führt den christlichen Bücherladen in der Stadt.“
Zwischen Griechen und Albanern gibt es viel Bitterkeit. Doch wir glauben, dass sie füreinander eine wertvolle Herausforderung und Ermutigung sein können. Unser Ziel ist es, mehr Albaner in griechischen Gemeinden zu sehen, die versuchen, ihren Landsleuten die Gute Nachricht mitzuteilen.
Webseite: www.om.org
Autoren: Rahel und Kees den Toom
Quelle: OM-Nachrichten