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Windisch: Jugendkirche abseits der grossen Zentren

 
streetchurch
Jugendkirche habe auch abseits der grossen Städte Chancen, so Dominik Schenker von der katholischen Fachstelle für kirchliche Jugendarbeit in Zürich. Dies zeige das Beispiel der reformierten Jugendkirche "Login" im aargauischen Windisch. An einer Tagung der Fachstelle hat die reformierte Pfarrerin Katharina Thieme-Marti das Projekt Login vorgestellt und von ihren Erfahrungen berichtet.

Betrachte man die aktuelle Diskussion um die Jugendkirchen, komme man leicht zum Schluss, dass diese, neben den finanziellen und personellen Ressourcen, eine Zentrumslage mit Anziehungskraft benötigten, wie das beim reformierten Stadtzürcher Projekt "Streetchurch" der Fall sei, erläuterte Dominik Schenker. Streetchurch verfüge über ein Millionenbudget, drei Hauptamtliche und eine Kirche mitten in Zürich.

Über solche Ressourcen verfügt Login nicht. Die reformierte Pfarrerin Katharina Thieme-Marti hat diese Jugendkirche zusammen mit einem Jugendarbeiter in Windisch in einer Gemeinde mit rund 3’00 Mitgliedern aufgebaut.

"Jugendkirche" bezeichnet Thieme-Marti als eine Form kirchlicher Jugendarbeit, die sich auf der Ebene der Ziele nicht von der übrigen Jugendarbeit unterscheide. Spezifisch an den Jugendkirchen sei, dass Jugendliche partizipativ für sich und andere Jugendliche nach Gottesdienstformen suchten, welche ihre Themen mit ihren ästhetischen Ausdrucksformen verbinden würden.

 
Windisch
Login biete Jugendlichen nach der Konfirmation bis ins junge Erwachsenenalter pro Jahr drei bis vier Gottesdienste. Diese würden jeweils von 25 bis 80 Jugendlichen im Alter von 12 bis 20 besucht, sagte Thieme-Marti. Vorbereitet würden die Gottesdienste von verschiedenen Gruppen mit je einem Ressort: Inhalt, Dekoration, Musik, Technik oder Bar. Daneben finde einmal im Monat ein Treffen der Aktiven statt.

Lieber Gemeindesaal als Kirche
Worauf Jugendkirchen mit beschränkten finanziellen und personellen Ressourcen und abseits der grossen Städte achten sollten, zeigen die Erfahrungen, die Thieme-Marti gemacht hat: Eine "Schaufenstersituation" könne nur dann verhindert werden, wenn man die Erwachsenen bewusst ausschliesse und die Gottesdienste ausserhalb des Rasters der Gemeindegottesdienste am Sonntagnachmittag ansetze.

Für die Gottesdienste sei zudem ein Gemeindesaal einer Kirche vorzuziehen. Dies vor allem, um Konflikte darüber zu vermeiden, inwieweit der sakrale Raum einer Kirche mit einer empfindlichen Inneneinrichtung durch Technik, Bandtransparente oder ähnliches "belastet" werden könne. Eine Kirche sei zudem zu laut für eine Live-Band, und das Dekorieren sei mit viel Aufwand verbunden.

Der Trumpf einer kleinen Jugendkirche vor Ort sei, so Thieme-Marti, die Möglichkeit, Jugendlichen einen Anknüpfungspunkt in der eigenen Pfarrei über die Konfirmation oder Firmung hinaus zu bieten. Der Aufwand dürfe aber nicht unterschätzt werden. Eine Jugendkirche, auch in den Dimensionen von Login, sei aufwändig.

Der Login in Windisch (auf Angebote, dann auf Login klicken)


Quelle: Kipa
Datum: 24.06.2006

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