Die Seele entrümpeln
Diese Woche war meine Wohnung dran, sie sollte komplett entrümpelt werden. Ich war bekannt dafür, dass ich gerne alles sammelte und aufhob - darunter zu leiden hatten meine Schränke, mein Keller, mein Schreibtisch und inzwischen auch ich. Doch jetzt war Schluss damit. Ich wollte frei werden von allem Ramsch, wollte Klarheit schaffen und viel, viel wegwerfen. Ich begann mit dem Keller, dem schlimmsten Übel, und arbeitete mich langsam vor. Fand Postkarten von Menschen, die ich nicht mehr kannte, Schuhe, die mir nicht mehr passten und italienische Lir sowie österreichische Schilling. Ich brauchte eine ganze Woche. Unzählige Müllkartons. Und viel Mut. Als ich fertig war, machte sich Erleichterung in mir breit. Ich hatte Platz, es war ordentlich, es war schön. Ich hatte mich von dem Ramsch getrennt, der sich im Laufe der Jahre ansammelt. Und plötzlich machte ich mir Gedanken um mich. Die äusseren Umstände hatte ich in Ordnung gebracht. Doch wie sah es in mir aus? Wie viel Müll hatte sich im Laufe des Lebens angehäuft, den ich mit mir herumschleppte? Freundschaften, die ungut auseinander gegangen waren. Fehler, die man gemacht hatte. Worte, die man sich anhören musste und selbst gesagt hatte. Verletzungen, die entstanden waren. Erinnerungen, die immer noch weh taten. Lasten abwerfen Im Laufe eines Lebens hat man schon einiges zu schleppen. Aber man kann den Ballast abgeben. Die Bibel fordert sogar dazu auf: „All eure Lasten werft auf Gott, denn er sorgt für euch" (1.Petrus, Kapitel 5, Vers 7). Ich wusste, es war an der Zeit, meinen Ballast loszuwerden. Ich erinnerte mich an viele Dinge, die schief gegangen waren, die mich belastet hatten. Und ich gab sie Gott ab. Wie? Ich betete: „Vater im Himmel, weisst Du noch, welche Angst ich in der 9. Klasse hatte, durchzufallen? Ich werfe dieses Gefühl der Beklemmung auf dich. Bitte lege stattdessen deinen Frieden in mich." Und so ging ich jede Situation durch, die mir einfiel. Doch ich wusste auch, das ist noch nicht alles. Vergeben lernen Wie viele Menschen sagen dumme Dinge, die sie vielleicht gar nicht so meinen, aber die sich in einen einprägen und einem für immer anhängen. Viele tun Dinge, die einen verletzen - mehr, als man es vielleicht zugeben möchte. Die Bibel hat dazu eine Antwort: „Vergebt einander, so wie auch Gott euch durch Jesus Christus vergeben hat" (Epheser, Kapitel 4, Vers 23). Vergeben? Nicht so einfach, aber befreiend: „Im Namen von Jesus und durch die Kraft des Heiligen Geistes, vergebe ich der Freundin, dass sie nicht für mich da war, als ich sie gebraucht habe ..." Sich selbst vergeben Doch da war aber noch etwas. Meine eigene Schuld. Mein eigenes Versagen. Dinge, die zu meiner Geschichte gehörten, weil ich sie vergeigt hatte. Auch diese Dinge brachte ich vor Gott, ich wollte sie nicht mehr mit mir herumschleppen. Gott vergibt. Auch ich wollte endlich damit abschliessen. „Vater im Himmel, vergib mir und hilf mir, dass ich mir selbst vergeben kann. Hilf mir, das Beste aus meinem Leben zu machen. Fülle du mich mit deiner Freude und nimm alle meine Lasten von mir weg. Danke, dass du vergibst und meine Schuld vor dir nicht mehr zählt!" Ich lief durch meine leere Wohnung und fühlte mich gut. Und auch mein Innerstes hatte von der Entrümpelung profitiert. Es ist so leicht, frei zu sein!
Autor: Miriam Weigert
Quelle: Jesus.ch
|