Schnapszahl. Heute ist der 7.07.07. Nein! Du liegst nicht falsch und ich auch nicht in einer spätgregorianischen Zeitrechnung. Du liest den Text einfach ein paar Tage, nachdem ich ihn geschrieben habe.
Wir sind bei einer Hochzeit eingeladen. Wie könnte es auch anders sein. Wahrscheinlich machen die Standesämter und Kirchen heute 40 Prozent des gesamten Jahresumsatzes … personell gesehen natürlich. An unserer Kühlschranktüre hängen 13 Hochzeitskarten - und bei sechsen davon sind wir eingeladen. Scheint, als hätten all unsere Freunde die "Hilfe-ich-werde-alt-und-möchte-da-nicht-alleine-durch"-Schwelle überschritten.
Aber ist ja auch toll. Heiraten, meine ich. Aus dem Bauch heraus wage ich mal mutig zu behaupten, dass Hochzeiten, die euphorisch wegen eines Datums geschlossen werden, nicht unbedingt länger halten als Hochzeiten aus Liebe. Oder Liebe und Verstand. Was auch gar nicht mal so schlecht ist. Aber heute wird gefeiert. Einmal mehr.
Vor zwei, drei Wochen war ich an einer Hochzeit, da kam der der Fotograf mit seiner Rückseite einem Kerzenständer sehr, sehr nahe. Dem Hemd scheint die Sache irgendwie gefallen zu haben, denn es war augenblicklich Feuer und Flamme. Geistesgegenwärtig sprang ich auf, um mit flachen Händen die Flammen auszuklatschen. Ein Freund von mir hat im Nachhinein zugegeben, dass er doch ziemlich verwundert war, mitten an einer Hochzeitsparty zusehen zu müssen, wie ich mit dem Fotografen eine Schlägerei anzettle.
Letzte Woche gings noch eine Stufe weiter: Wir liessen überdimensionale Wunderkerzen an Heliumballons hängend in die dunkle Nacht steigen, während das Brautpaar unseren Spalier abschritt. Eine dieser Brutzelkerzen kam jedoch einem Ballon zu nahe, sodass ihm kurzerhand die Luft ausging und seine Wunderkerze sich entschied, den Rückweg anzutreten. Wie ein Feuerpfeil schoss sie vom Himmel herunter und bohrte sich in das Brautkleid der Braut. Logisch. Wer sonst trägt eines?!! Egal. Auf jeden Fall war ich mich ja den Anblick von brennender Kleidung schon gewöhnt. Deshalb war ich auch wieder der erste, der reagierte. Ich sprang auf und trampelte wie wild - und ehrlich gesagt: voll kindlichem Vergnügen - auf dem Brautkleid herum, bis die Glut aus war. Der Bräutigam hat tapfer mitgestampft und die Braut wahrscheinlich von all dem in ihrem Hochzeits-Delirium gar nichts mitgekriegt.
Heiraten in der Kirche ist jedoch gar nicht mehr so Trend. Einige glauben nicht mehr an Gott - andere finden es schlicht altmodisch. Ich frage mich jedoch, wie Dinge wie Hochzeit, Gott und Gottes Wort aus der Mode kommen kann. Schliesslich waren die schon immer da. Alle drei. Und ich habe noch nie jemanden gesehen, der sich entschieden hat, mit Atmen aufzuhören, weil das jetzt doch schon eine sehr alte, überholte Tätigkeit ist. Gottes Gedanke war, dass zwei Menschen sich verbinden. Und, was mich noch viel mehr beeindruckt, ist, dass er eine solche Verbindung auch zwischen sich und den Menschen möchte. In der Bibel im Hosea spricht er von Verlobung und im Hesekiel 16,8 sagt er: "Und ich ging an dir vorüber und sah dich an, und siehe, es war die Zeit, um dich zu werben … und schloss mit dir einen Bund, spricht Gott der Herr, dass du solltest mein sein."
Na, wie ist es denn so, mit Gott verheiratet zu sein? Wie gestaltet ihr euren gemeinsamen Alltag? Oder habt ihr noch gar nicht geheiratet? Vielleicht ne Überlegung wert, denn Heiraten ist topmodern!