"Deine Ohren sind verstopft"
Im September dieses Jahres lies ich mich für die Jugendarbeit weiterbilden. Am zweiten Tag des Kurses kam Martin, ein Junger Mann aus Winterthur auf mich zu und sagte mir, dass Gott schon lange zu mir redet, ich ihn jedoch nicht höre. Weiter erzählte mir Martin, dass meine Ohren wie verstopft seien und darum Gottes Botschaften nicht hören können. Martin hatte dann den Eindruck, dass er mit seinen Händen meine Ohren berühren und beten sollte. - Er betete, zu Gott, er möge mich sensibler für ihn werden lassen damit ich ihn auch intensiver erleben könnte.
Dies geschah gerade in einer Phase, in der ich mir viele Gedanken über den Glauben machte und mich selbst aus verschiedenen Perspektiven betrachtete. Mir fehlten direkte Erlebnisse mit Gott, sein direktes Reden, denn ich hatte schon lange nichts mehr mit Gott erlebt. So meinte ich zumindest. In dieser Zeit betete ich viel um Zeichen oder Erlebnisse, also um Beweise für Gottes Handeln. Anstatt mich Gott zu öffnen, verschloss ich mich unmerklich immer mehr und bekam eben "verstopfte" Ohren. Ich betete zu Gott, dass ich ihn erleben dürfte, doch leider war ich damals für sein stilles und diskretes Wirken unempfindlich. So musste eine andere Person, Martin, auf mich zukommen und mir dies mitteilen.
"Du bist gewollt!" Eines Abends bei einer Versammlung ging ich nach vorne und kniete nieder. Zuvor hatten wir uns Gedanken gemacht, wie wir mit anderen Menschen umgehen und was wir von ihnen halten. Ich hatte gemerkt, dass ich oft auf meine Kollegen herabgeschaut hatte, wenn sie nicht den gleichen Einsatz wie ich gezeigt hatten.
Ich kniete nun also vor der Bühne auf dem Boden des Saales und legte meine Gedanken vor Gott. Während ich am beten war kniete sich ein junger Mann neben mir nieder und erzählte mir, dass ich von Gott gewollt war und dass ich Grund zur Freude hatte. Als er dies sagte spürte ich in meinem Herzen eine tiefe Gewissheit, dass ich wirklich Gottes Kind bin. Ich erinnerte mich, dass meine Mutter sogar eine Abtreibung abwehren musste, damit ich geboren werden konnte. In meinem Kopf wirbelte ein Gedankensturm. Ich sah mein Leben, besonders die Meilensteine wie ein Film durchlaufen und meine Gefühle summierten sich schliesslich zu einer riesen grossen Dankbarkeit auf. Ich realisierte, dass Dinge in meinem Leben geschehen mussten und vor allem, dass Gott mich liebte, so wir er jeden Menschen unheimlich tief liebt. Während dieser Film durch mein Herz raste, kamen in mir derart starke Emotionen auf, dass ich gar nicht anders konnte, als sie in Freudestränen ausströmen zu lassen. Mit solch gewaltiger Freude erfüllt dankte ich Gott.
Die Worte des Jungen Mannes waren nicht mit einer gewöhnlichen Nachricht zu vergleichen. Ich spürte im Herzen, dass mehr dahinter war und dass der Inhalt direkt von Gott kam. Die Worte waren an sich nicht spektakulär, umso mehr aber traf die Bedeutung des Gesagten direkt mein Herz und legte mich für kurze Zeit total flach. Diese heilsame Wohltat blieb unvergesslich und wirkt heute noch. Dem Herrn sei's gedankt!
Manuel Fischer
revolution-one.ch
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