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David war mit einer Schleuder bewaffnet und mit (1.Samuel 17,40)
fünf glatten Steinen
vier glatten Steinen und einem Speer
drei glatten Steinen
  Ergebnis

 

Von Fischen und Legowalen

 
Wieviel mehr faszinierend
Wieviel mehr faszinierend muss es für Gott gewesen sein, Fische und alle andern Lebewesen zu erfinden?
Auch ich war mal klein. Es waren die Zeiten, als Lego-Bausteine meinen Lebensweg pflasterten, neun Stofftiere mein Bett beherrschten und der „Samichlaus“ noch nicht Papas Freund war, obwohl er verblüffende Ähnlichkeiten aufwies. Zumindest die Schuhe und die Nase.

Damals besass ich ein kleines Notpacket für die Jungschar. Nebst Streichhölzern, dem Notgroschen und einer Briefmarke (falls ich auf einer einsamen Insel stranden würde und eine Flaschenpost zu verschicken hätte) lagen da noch Nylonfaden und zum Haken gebogener Draht. Ab und zu sass ich damit an irgendeinem namenlosen kläglichen Rinnsal und fischte wie ein richtiger Mann, gepeinigt von lähmender Angst, dass ja tatsächlich mal etwas anbeissen könnte. Was nie geschah. Aber was ein richtiger Mann sein will, muss sich auch in der Wildnis selbst ernähren können.

Von der Kindheit eingeholt
Mit 29 holte mich meine Kindheit ein. Nicht etwa mit den Lego, nein. Damit warte ich noch ein paar Jährchen. Es ging ums Fischen. Markus, ein Freund von mir, seines Zeichens begnadeter Hobbyfischer, ermöglichte mir und einem weiteren Freund, Joni, ein paar Privatstunden an einem Fisch-Badeweiher. Im Hinterkopf immer die Angst, irgendeinen tauchenden Badenden an der Unterlippe aufzugabeln, lauschten wir gespannt seinen Ausführungen. Die fielen ziemlich kurz aus. Sehr kurz.

Er kam gerade mal bis zum Auswerfen der Angel, als die Erklärerei auch schon wieder vorbei war. Denn kaum hatte der Schwimmer die Wasseroberfläche auch nur leicht touchiert, biss schon die erste übereifrige Forelle in die mit Geduld (und ziemlichen Ekel meinerseits) aufgespiesste Made. Ich weiss nicht, wer über dieses Powerfischen erstaunter aus der Wäsche geguckt hat. Hobbyfischerkollege Markus, ich, der Fisch oder die Made. Nach dem üblichen „Ich-klopp-dem-Fisch-die-Birne-weich“-Prozedere fischten wir weiter.

Im Fangrausch
 
Ein Prachtsexemplar
Ein Prachtsexemplar
Während andere Fischer tatsächlich den ganzen Morgen über erfolglos da sassen, kamen wir regelrecht in einen Fangrausch. Nach dem dritten Fisch innerhalb weniger Minuten mussten wir erst mal erschöpft eine Pause machen, um mit Redbull anzustossen. Weniger lobenswert war die Aktion von Joni, als sein Fisch beim Waschen wegglitschte. Doch leider konnte ich meine Schadenfreude nicht richtig geniessen, da mir kurz darauf dasselbe passierte. Mit dem kleinen Unterschied, dass Jonis Fisch von Hobbyfischer Markus geschickt aufgefangen wurde, während meiner gelangweilt und schwimmfaul wie ein Stein bis auf den Grund sank.

Zum Mann geworden
Vielleicht lag es ja auch weniger daran, dass er nicht mehr schwimmen wollte, sondern schlicht und einfach an der Tatsache, dass er bereits im Fischhimmel war und gar nicht mehr schwimmen konnte. Beide Möglichkeiten änderten jedoch nichts an der Tatsache, dass er da unten lag, während wir oben standen. Mit zwei Rudern versuchten wir wie Schildbürger, den Fisch wieder an Land zu kriegen, wobei er wahrscheinlich spätestens bei dieser Aktion am von uns aufgewühlten Schlamm erstickt wäre, falls er meine hammerharten Nackenschläge und den Herzstich doch wider erwarten überlebt hätte. Insgesamt fingen wir neun Fische … und den linken Fuss von Hobbyfischer Markus, der unachtsam in meinen sauber in der Wiese ausgelegten Angelhaken trampelte. Als ob das mein Fehler wäre.

Das Ausnehmen war dann so eine Sache für sich und dessen Schilderung würde diesem Text eine Altersbegrenzung abringen. Über die Hände, die noch zwei, drei Tage geschmacklich an die Heldentaten erinnerten, sahen wir einfach hinweg. Jetzt bin ich ein Mann. Bring mir Lego, und ich bau dir einen Wal.

Faszinierend
Wenn es schon so faszinierend ist, ein Lebewesen zu fangen, zu erlegen und zu essen, wieviel mehr faszinierend muss es für Gott gewesen sein, diese zu erfinden, zu erschaffen und zu beleben? Bei allen Erfahrungen und Entdeckungen, die wir machen, können wir gar nichts Neues entdecken. Wir entdecken nur, was Gott bereits zum Entdecken geschaffen hat. Wir können vielleicht Neues bauen … aber auch das nur mit Materie, die Gott zur Verfügung gestellt hat. Vielleicht bin ich stolz auf meinen Lego-Wal. Die Lego sind aber nicht von mir …

Autor: Andreas Boppart
Quelle: Livenet.ch

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