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Ein zweites Leben geschenkt: Thomas |
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An einem kalten Wintersonntag wird Thomas (11) ins Kantonsspital eingeliefert. Er ist schon seit einigen Tagen krank. Eine normale Grippe, denken seine Eltern zuerst. Bis sich die Gefährlichkeit der Erkrankung zeigt. Die Diagnose: Wasser auf dem Herz.
Als ich über Atemnot und Schmerzen in der Herzgegend klagte, fuhr mich meine Mutter zum Notfallarzt. Dieser bot sofort eine Ambulanz des Kantonsspital Winterthur auf. Die Ärzte fanden kein Wasser auf dem Herzen, dafür aber eine ausserordentliche Entzündung an der grossen Zehe und plötzlich auftauchende schwarze Flecken am ganzen Körper.
Auf der Intensivstation
Im Blutbild entdeckten sie Staphylokokken, Bakterien, die eine lebensbedrohliche Infektion auslösen können. Und tatsächlich: die Knochen waren schon angegriffen. Ein Ultraschall brachte es an den Tag: Eine Herzklappe hatte schon einen über 2 cm langen Bakterienfaden – und von dort aus wurden die Staphylokokken in meinen ganzen Körper verteilt. Mehrere Herzultraschalle brachten dazu an den Tag: Die Aortaklappe wurde je länger je undichter.
Die Ärzte verloren keine Zeit: Sofort brachte man mich ins Kinderspital Zürich. Während der wochenlangen Behandlung durfte ich nichts essen, weil die Organe angegriffen waren und möglichst geschont werden mussten. Trotzdem drohte die Gallenblase zu versagen. Täglich wurden die Organe mit Ultraschall kontrolliert, speziell ob die Gallenblase noch intakt war. In einer Woche fiel mein Körpergewicht von 40 auf 29 Kilo.
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Thomas kurz nach der Operation… |
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Dünne Grenze zwischen Leben und Tod
Damals, auf der Intensivstation, war die Grenze von Tod und Leben sehr dünn. Natürlich habe ich das gespürt, auch wenn ich noch ein Kind war. In dieser Zeit erinnerte ich mich an die Sonntagschule in der Kirche Illnau. Wir hörten dort Geschichten von Jesus, der kranke Menschen gesund machte. Mit kindlichem Vertrauen betete ich im Spital um Heilung, in der Überzeugung, dass ich gesund werde.
Heikle Operation
Für meine Eltern war es eine zermürbende Zeit. Wenn sie abends nach Hause gehen mussten, wussten sie nicht, ob ich am nächsten Tag noch leben würde. Gerne hätten sie geholfen, aber ihnen waren die Hände gebunden. Schliesslich entschied man sich zu einer heiklen Operation: Die Gallenblase sollte entfernt und Bakterien von Milz, Leber und Nieren ausgemerzt werden. Meine Eltern willigten ein – obwohl sie wussten, dass ich diesen Eingriff vielleicht nicht überleben würde. Hätten sie nicht Ja gesagt, wäre die Überlebenschance auf den Nullpunkt gesunken.
Die Infektion überlebt, aber…
Die Operation war erfolgreich. Nach sechs Tagen schwebte ich nicht mehr in Lebensgefahr. Nach zwei Wochen war ich über den Berg. Das stärkte mein Vertrauen in Gott und ich betete weiter, bat ihn um vollständige Genesung. Die Ärzte gaben mir zu verstehen, dass ich wohl nie mehr Fettiges essen und auch keinen Sport mehr treiben dürfe. Es dauerte Monate, bis ich wieder zu Kräften kam. Nach dem Spitalaufenthalt musste ich wieder laufen und velofahren lernen. Auch in der Schule hatte ich viel nachzuholen.
Ein zweites Leben geschenkt
Das Erlebnis mit Gott im Spital hat mich geprägt. Wenige Jahre nach dieser Erfahrung entschied ich mich, dieses geschenkte Leben Gott zur Verfügung zu stellen. Ihm verdanke ich mein Leben nach dieser Herzklappeninfektion – viele Kinder überleben diese Krankheit nicht. Ich fragte mich damals: „Wieso liess mich Gott nicht sterben? Hat er noch etwas besonderes vor mit mir?“
Die Prophezeiungen der Ärzte trafen nicht ein. Ich kann Sport treiben wie jeder andere. Mit meinem Fahrrad fahre ich über Alpen-Pässe und mache Ausland-Touren. Auch essen tu’ ich alles, was ich gerne habe – Probleme mit fettigen Speisen spüre ich nie. Gott meinte es gut mit mir. Der Glaube an ihn wird mich auch in Zukunft begleiten.
Autor: Thomas Gerber