Mit seinem Revoluzzer-Grüppchen bekämpfte er die freie Marktwirtschaft und den Kapitalismus. Heute bezeichnet sich Andy Müller, 19, immer noch als revolutionär – aber in eine ganz andere Richtung ...
Die Welt ist ungerecht, und die Armen werden immer ärmer, denn wir alle werden von den Reichen gnadenlos ausgebeutet. Diese herrschenden Menschen werden auch noch von der Polizei geschützt, und somit ist das Proletariat auf sich alleine gestellt. Die Klassengesellschaft ist ungerecht, und der Kapitalismus ist die Wurzel des ganzen Übels. Was von vielen „freie Marktwirtschaft“ genannt wird, kann niemals zu Frieden und Brüderlichkeit führen. Dieses System versklavt die Menschheit, beutet alles und jeden und aus und steuert auf direkten Wege in den Untergang!
Dies ist eine kurze Zusammenfassung von meiner damaligen Sicht der Welt. Auf diesem Fundament baute ich mir eine Ideologie auf, für die ich Marx, Bakunin und meine eigenen Gedanken kräftig ineinander mischte – und voilà: schon war ich auf dem besten Weg zur Revolution.
Dem ungerechten und verdorbenen Treiben der bösen Gesellschaft konnte ich nicht mehr länger tatenlos zusehen (auch wenn ich selbst kaum besser war), und gründete darum ein Revoluzzer-Grüppchen. Ich scharte eine Handvoll Rebellen um mich, und gemeinsam setzen wir uns ein für eine bessere Umwelt, Politik und Gesellschaft. Unsere Anliegen brachten wir meistens in unbewilligten Demonstrationen zum Ausdruck. Ich hatte meinen Lebenssinn gefundenen. Entsprechend viel investierte ich in diese Aktivitäten. Meine Freizeit ich verbrachte damit, revolutionäre Propaganda zu verbreiten, und arbeitete neue Ideen aus, die ihren Teil zur Rettung der Welt beitragen sollten.
Obwohl ich noch eine Zeitlang damit weiterfuhr, machte es in meinem Kopf plötzlich „klick“, und ich kriegte mein ganzes ideologisches Gedankengebilde nicht mehr auf die Reihe. Meine ganze Welt war am Einstürzen, obwohl ich noch mit aller Kraft versuchte, mich an irgendwelche Weisheiten zu klammern. Ich machte zwar noch mit halbem Herzen weiter, aber innerlich war ich wieder ein Suchender. Ich wollte endlich die Wahrheit entdecken!
Zur selben Zeit lernte mein bester Freund Jesus kennen. Bald darauf machte er mich ebenfalls auf Jesus aufmerksam. Und dieser Jesus Christus machte mir klar, dass ich so nicht weiterleben konnte. Er nahm mich mit auf seinen Weg, lehrte mich zu vergeben, meinen Hass abzulegen und durchflutete mich mit unendlicher Liebe. Ich erkannte, dass Ideologien nur weitere Gefängnisse sind und nicht freimachen können von jeglicher Knechtschaft. In die wirkliche Freiheit kann dich nur Jesus führen, denn er ist die Wahrheit, der Weg und das Leben.
Die Tatsache, dass ich die menschliche ideologische Revolution aus eigener Kraft aufgegeben habe, ändert nichts daran, dass wir eine Revolution brauchen und alles daran setzen müssen, um diese zu erreichen. Denn Jesus war der wirkliche Revolutionär und wir als seine Jünger sollten dies auch sein! Darum ist es wichtig, dass wir unser revolutionäres Feuer nicht als böse Rebellion abstempeln und unter den Teppich kehren, sondern es in den Dienst von Jesus stellen und aus Seiner Kraft unsere Mitmenschen zu der Wahrheit führen. Denn wir sind das Salz der Erde und das Licht der Welt (Matthäus 5,13-14)!
Autor: Andreas Müller