Schon als Teenie war Rahel Hesse auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, nach Wahrheit, nach Sicherheit. Sie suchte überall nach Antworten – bis sie eines Tages in die Bibelgruppe eingeladen wurde ...
Als Teenie hatte ich viele Fragen zum Leben: Weshalb leben wir? Was ist der Sinn des Lebens? Welche übernatürlichen Kräfte gibt es? Wie beeinflussen sie unser Leben? Welche Verbindung gibt es zwischen uns Menschen und "Gott"? Was ist Wahrheit?
Ich las Bücher über das Übernatürlichen und viele Erfahrungsberichte, Dinge über Poltergeister und andere unerklärliche Phänomene. Einige Male besuchte ich Meditationskurse, um zu lernen, wie ich mit dem Übernatürlichen in Kontakt kommen kann. Doch irgendwie machten mir die Berichte und auch die eigenen Erfahrungen immer ein wenig Angst. Alles schien mir recht unberechenbar und unsicher. Und die Frage nach dem Sinn des Lebens, oder wer nun eigentlich die höchste Macht war, die blieb unbeantwortet.
Übernatürlich, aber ohne Angst
Im Gymnasium lud mich meine Freundin in eine Bibelgruppe ein. Das war eine Gruppe von Schülern, die sich einmal in der Woche traf zum Bibellesen, Diskutieren, Singen und Beten. Nach einigen Einladungen ging ich mal mit – und ging die folgenden Monate fast immer hin. Ich merkte, dass diese Leute selber in der Bibel lasen (das hielt ich bis dahin für unmöglich, da dort doch alles so kompliziert geschrieben ist ...) und dass sie alle Kontakt hatten zu einer höheren Macht. Sie schienen in diesem Kontakt Frieden und Sicherheit zu finden. Mit der Zeit fing ich an, selber in der Bibel zu lesen und diesen Kontakt zu suchen. Seltsamerweise war dies, im Gegensatz zu allem, was ich bisher kannte, nie beängstigend. Auch wenn ich versuchte, zu diesem "Gott" zu reden, war nie diese Angst da. Dies musste genau das sein, was ich immer gesucht hatte.
Innerlich war ich überzeugt, dass das die Wahrheit sein musste, was sie da in der Bibelgruppe über Gott und Jesus sagten. Aber trotzdem wollte ich mich nicht ganz auf diesen Gott einlassen. Es kam mir vor, als sollte ich von einem hohen Felsen springen – wer konnte mir sagen, dass der Fallschirm "Jesus" wirklich tragen würde?
"Ich lass mir nichts weismachen"
Ich überlegte mir diese Sache gründlich und stellte eins ums andere Mal alles in Frage. Ich wollte nichts gelten lassen, von dem ich nicht selber überzeugt war. Nur nichts einreden lassen – das war meine Devise. Schliesslich gibt es ja viele, die dir weismachen wollen, sie hätten die Wahrheit gefunden.
Ich merkte, dass ich mich eigentlich gerne dafür entscheiden und das als die Wahrheit zu akzeptieren möchte, was in der Bibel über das Übernatürliche steht. Ich war überzeugt, dass dies die Wahrheit war und ich diesem Jesus vertrauen sollte. Es war mir aber auch klar, dass ich dann nicht mehr alles andere als wahr anschauen kann. Denn dann gilt eben das, was dieser Jesus gesagt hat. Ich würde mein ganzes Weltbild umkrempeln müssen. Das hiess auch, dass ich einen anderen Weg gehen würde als meine Familie. Die beiden Wege waren unvereinbar. Dies hielt mich davon ab, Jesus als die Wahrheit zu akzeptieren.
Der Tag ist mir noch gut in Erinnerung, an dem ich merkte: Entweder du entscheidest dich jetzt oder du lässt es ganz bleiben. Es war irgendwie ganz klar. Entweder springe ich vom Felsen und vertraue darauf, dass der Fallschirm hält – oder ich drehe mich um und lass diesen Fallschirm liegen. – Ich entschied mich, auf Jesus zu vertrauen. In dem Moment, wo ich ihm sagte: Jesus, ich vertraue dir, ich gehöre jetzt dir, da war es, wie wenn ich unter einem Wasserfall von Frieden und Liebe stehen würde. Das war die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe!
Fragen bleiben
Seither gibt es immer noch viele Fragen, auf die ich keine Antwort weiss. Ich kann auch heute nicht in drei Sätzen sagen, was der Sinn des Lebens ist. Aber ich habe den Frieden und die Sicherheit gefunden, nach der ich gesucht habe. Einige Fragen wurden beantwortet – andere sind noch da, sind mir aber nicht mehr so entscheidend und können mir keine schlaflosen Nächte mehr bereiten. Alle Fragen und Überlegungen führen nun irgendwie zu Jesus hin, ich merkte, dass in ihm alle Antworten sind – und dass ich gar nicht alles wissen muss! Seit dieser Entscheidung habe ich vieles dazugelernt, der Kontakt zum Übernatürlichen, zu Gott, klappt immer besser, und ich habe schon oft in kleinen und grossen Dingen Gottes konkrete Hilfe erfahren. Mein Weltbild, das ich mir immer mehr von der Bibel bestimmen lasse, geht immer besser aufgeht, je mehr ich verstehe. Was in mir und um mich herum geschieht, macht mir immer mehr Sinn.
Ich habe erfahren, dass der "Fallschirm Jesus" trägt, und ich habe die innere Gewissheit, dass er immer halten wird – egal, was passiert! Es ist super, diesen Frieden immer wieder zu spüren und immer wieder zu merken, dass ich getragen werde, auch wenn der Boden unter den Füssen manchmal ein wenig wackelt.
Autorin: Rahel Hesse